„Beethoven, die Bibel und der Bürgermeister“ am 17. Mai

Fest mit Messe-Konzert zum Jahrestag der Eigenständigkeit Fürths 

Vor 200 Jahren wurde Fürth als Stadt eigenständig. Zum Jahrestag am Donnerstag, den 17. Mai gibt es eine außergewöhnliche Jubiläumsfeier mit dem Titel „Beethoven, die Bibel und der Bürgermeister“. Sie bewegt sich mit ihren Besuchern und Besucherinnen auf einem ökumenischen Weg durch einen schon vor 200 Jahren ganz zentralen Teil der Stadt Fürth.

Von der katholischen Kirche „Unsere Liebe Frau“ in der Nürnberger Straße gegenüber dem Stadttheater zur Altstadtkirche St. Michael, passenderweise durch die Bäumenstraße, benannt nach Franz Joseph Bäumen, Fürths erstem Bürgermeister im Jahr 1818.
Übrigens: Der war katholisch und hatte eine evangelische Frau - gelebte Ökumene schon damals. 

Um 19 Uhr startet die Veranstaltung in „Unsere Liebe Frau“. Dort macht sich Oberbürgermeister Dr. Thomas Jung gemeinsam mit André Hermany, dem ka- tholischen Dekan und Jörg Sichelstiel, dem evangelischen Dekan, Gedanken zum Thema „Stadt“. Mit Musik aus der Zeit des Klassizismus vor 200 Jahren sorgt Dieter Neuhof an der Orgel für Jubiläumsstimmung zum Stadterhebungsfesttag. Neben Beethovens „Marche Religieuse des Ruines d‘ Athenes“ steht der erste Satz „Allegro maestoso“ und der dritte Satz „Rondo allegretto“ aus dem Konzert F-Dur von Chr. Heinrich Rinck auf dem Programm. Biblische Lesungen geben Impulse. 

Die Bibel habe zwar damals im Jahr 1818 bei der Stadterhebung seiner Kenntnis nach keine Rolle gespielt, stellt der Oberbürgermeister fest, „denn das war ein Ver- waltungsvorgang des Freistaates Bayern. Dagegen kann eine Stadtgesellschaft auch heute noch sehr wohl durch die Bibel geprägt werden. Ihre Aufforderungen zur Bewahrung der Schöpfung, zur gegenseitigen Rücksichtnahme, Kompro-missfähigkeit und Dienst am Nächsten sind heute in Fürth so aktuell wie vor 2000 oder 2500 Jahren in Jerusalem. Sie ist eine Hilfe und ein guter Ratgeber.“ 

Der Weg von „Unserer Lieben Frau“ nach St. Michael, der auch am Kulturtempel Theater an der Gerichtsbarkeit und am Rathaus vorbeiführt, zeige wie Kirche und Stadt gemeinsam ein Stadtbild, aber auch eine Stadtgesellschaft bereichern könnten, erklärt Jung. 

Fürther KMD Inge SchilffarthDie „kleine Schwester“ der Missa solemnis von Ludwig van Beethoven, die Messe C-Dur, op. 86, erklingt um 20 Uhr in der Altstadtkirche. Sie kommt an diesem Abend quasi als Zeitzeugnis zur Aufführung: Im Jahr ihrer Uraufführung 1808 war Fürth gerade bayerisch geworden und wurde als „Stadt II. Klasse“ von Staatsbeamten verwaltet. 1818 erfolgte dann die Erhebung Fürths in die volle Selbstständigkeit als „Stadt I. Klasse“. „Die Festlichkeit und Fröhlichkeit des Werkes schließen den ökumenisch konzipierten Abend ab“, interpretiert Kirchenmusikdirektorin Ingeborg Schilffarth die Beethovenaufführung. Unter ihrer Leitung führt die Stadtkantorei gemeinsam mit dem Musica Viva-Chor (Einstudierung: Eberhard Appel) und Mitgliedern des Orchesters Ventuno die Messe C-Dur auf. Gesangssolisten und Gesangssolistinnen sind Franziska Bobe (Sopran), Johanna Sander (Alt), Hanbo Jeon (Tenor) und Tobias Freund (Bass).

Der Eintritt ist frei. Informationen finden sich auf www.fuerth-evangelisch-musik.de

Gerne können Sie auch den Flyer zur Veranstaltung über diesen Link als pdf herunterladen.